Essen LICHT im Wahlkampf 2025: Ziel rassistischer Angriffe

Die neue Wählergemeinschaft LICHT Essen tritt im Zuge des aktuellen Kommunalwahlkampfs seit einigen Wochen verstärkt öffentlich in Erscheinung: vor allem durch Wahlplakate, Wahlkampfstände, Flugblätter und durch Versammlungen gegen den Völkermord in Palästina und die Kriege in der Region.

„Wir haben großartiges Feedback bekommen“, berichtet Ahmad Omeirat, Spitzenkandidat von LICHT und gegenwärtig Abgeordneter im Rat der Stadt Essen. „Aber wir sind in unserer erst jungen Geschichte schon mehrfach Ziel rassistischer Anfeindungen geworden.“

Zahlreiche Wahlplakate abgerissen oder verunstaltet

Bereits zwei Mal wurden im Stadtteil Rüttenscheid sämtliche Plakate von LICHT von Unbekannten zerstört. Aber auch in anderen Vierteln werden die Schilder abgerissen oder verunstaltet. Besonders häufig trifft es zwei: Das eine Plakat zeigt die LICHT-Listenkandidatin Rola Khochaiche in selbstbewusster Pose mit der Aufschrift: „Mein Kopftuch ist kein Problem. Diskriminierung schon. LICHT steht für Selbstbestimmung, Vielfalt und Toleranz!“ Das andere zeigt Kinder aus Gaza, die mit leeren Schüsseln und Töpfen in den Händen auf Essen warten. Dazu der Titel: „Aus Essen geliefert, tötet in Gaza. LICHT fordert: keine Essener Waffen und Unterstützung für den Genozid in Gaza – jetzt!“

Mit Islamfeindlichkeit gegen LICHT

Zuletzt wurde ein Interview mit Ahmad Omeirat auf Social Media von rechtsradikalen Kreisen verbreitet. Das Video wurde mit zahlreichen rassistischen und insbesondere islamfeindlichen Hasskommentaren versehen. Ein rechter User postet das Video mit folgender Caption: „Muslimische Parteien stehen nicht für Vielfalt und Toleranz, sondern für Vorherrschaft. Ihre Agenda ist kein buntes Miteinander, sondern eine Ordnung, in der Scharia über Freiheit und staatliche Neutralität triumphiert!“ (https://x.com/raeubertochtah/status/1959217847600591134?s=46)

„Solche Anfeindungen zeigen doch erst recht, wie wichtig es ist, dass eine Stimme wie LICHT mitmischt“, kommentiert Melanie Wüsten, LICHT-Kandidatin in Holsterhausen Süd und Listenplatz drei.

„Wir stehen gemeinsam gegen jede Form von Rassismus!“ Farwa Ahmadyar, Kandidatin für Altenessen-Nord und auf Listenplatz zwei, ergänzt:

„Dass eine internationale Liste, in der unter anderem auch Muslime aktiv sind und die sich gegen Islamfeindlichkeit einsetzt, sofort als ‚muslimisch‘ dargestellt wird, ist typisch. Jeder sechste Einwohner Essens ist Muslim oder Muslima. 40 Prozent der Essener haben einen Migrationshintergrund. LICHT ist so muslimisch und so bunt wie Essen.“

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